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Ziviler Katastrophenschutz: Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in Hochwasserszenarien und Sturmfluten mit mobilen Anwendungen

Enrico Milutzki iD, Marten Borchers iD, Valeria Magdych iD, Heiko Bornholdt iD, Eva Bittner iD, Martin Semmann iD

DOI10.1365/s40702-026-01333-5
PublisherSpringer Science and Business Media LLC
Journal / SourceHMD Praxis der Wirtschaftsinformatik
Published2026-10-07
Metadata Deposited2026-10-07 (updated: 2026-10-07)
Subject—
Languagede
ISSN1436-3011, 2198-2775
Typejournal-article
Volume / Issue / Pages— / — / —
Citations0
References deposited24
Access / license metadataOpen license identified License 1 ↗A reuse license does not by itself establish whether the full text is freely readable.

Abstract

Zusammenfassung Der Klimawandel erhöht das Risiko von Sturmfluten und Hochwasserereignissen und stellt bestehende Warn- und Krisenkommunikationssysteme vor wachsende Herausforderungen. Obwohl mobile Warn-Apps zur Warnung und Unterstützung der Bevölkerung beitragen können, werden bestehende Anwendungen nur begrenzt genutzt und sind häufig auf einseitige Informationsverbreitung ausgerichtet. Aus Forschungsperspektive fehlt es daher an bürgerzentrierten Anforderungen und Gestaltungsprinzipien für mobile Krisenanwendungen, die über reine Warnfunktionen hinausgehen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie, welche funktionalen Anforderungen Bürgerinnen und Bürger an mobile Krisenanwendungen im Kontext von Sturmfluten stellen und wie diese Anforderungen gestalterisch umgesetzt werden können. Die Studie kombiniert eine literaturgestützte Umfrage mit 263 vollständig ausgefüllten Fragebögen zur Anforderungserhebung sowie die Gestaltung und Evaluation eines klickbaren Mock-Ups einer mobilen Krisenanwendung mit 47 auswertbaren Teilnehmenden. Die Ergebnisse zeigen einen hohen Bedarf an standortbezogenen Warnungen, interaktiven Karten, Evakuierungsrouten, Informationen zu Notunterkünften, konkreten Verhaltensempfehlungen sowie Funktionen zur Selbsthilfe, Unterstützungskoordination und strukturierten Übermittlung lagebezogener Informationen durch Bürgerinnen und Bürger. Zugleich werden KI-basierte und nutzergenerierte Informationen zurückhaltender bewertet und erfordern Transparenz, Validierung und Vertrauenswürdigkeit. Die Studie trägt zur Forschung bei, indem sie empirisch fundierte Anforderungen in sechs Gestaltungsprinzipien für bürgerzentrierte Krisenanwendungen überführt, die als Grundlage für die Entwicklung künftiger mobiler Warn-Apps dienen können. Für die Praxis zeigen die Ergebnisse, wie Warn-Apps zu handlungsorientierten, personalisierbaren und bidirektionalen Unterstützungs- und Koordinationssystemen weiterentwickelt werden können.