DOI RECORD
Bounded Autonomy – Vier Prinzipien für die Governance von KI-Agenten aus der Beratungspraxis
Abstract
Zusammenfassung Ergänzend zu den in der Forschung diskutierten hochautonomen Agenten-Systemen zeigt die Praxis Stand Ende 2025, dass unter dem Begriff Agent derzeit vor allem deterministische Workflows mit gezielt begrenzten Entscheidungsbefugnissen verstanden und implementiert werden. Trotz dieser Begrenzung unterscheiden sie sich fundamental von Chatbots, da sie interpretative Entscheidungen treffen und automatisierte Systemaktionen auslösen, von der Ticketpriorisierung bis zur Compliance-Prüfung. Gerade daraus entsteht ein spezifischer Governance-Bedarf, da fehlerhafte Entscheidungen unmittelbare und verkettete Systemeffekte haben können. Auf Basis von Beratungsprojekten entwickeln wir vier Governance-Prinzipien für diese produktiven Agenten-Workflows: (1) Bounded Autonomy, die begrenzte Entscheidungsfähigkeit innerhalb deterministischer Prozesse, als konzeptionelle Grundlage, (2) Robuste KI-Infrastruktur mit umfassender Nachvollziehbarkeit, (3) Risikobasierte Klassifikation mit proportionaler Steuerung sowie (4) Kontinuierliche Qualitätssicherung durch empirische Validierung mit menschlicher Fachbewertung. Diese Prinzipien untermauern wir mit einem operativen Orientierungsrahmen für Praktiker. Für den branchenweiten Nachweis wirksamer KI-Governance fehlt jedoch ein technologieneutraler Prüfstandard, eine Lücke, die Umsetzung und Vergleichbarkeit erschwert.
Go to Main Website